BIOKOMP. vs. ANTIBAC
Mit den beiden Normen ISO 10993 für Biokompatibilität und ISO 22196 für antibakterielle Wirksamkeit werden zwei unterschiedliche Fragestellungen geprüft: Zum einen die Materialverträglichkeit und zum anderen die Keimreduktion auf der Oberfläche.
So bewertet die Biokompatibilität, ob herauslösbare Bestandteile des Materials biologische Effekte verursachen können. Dabei kommen geeignete Zell- oder Gewebemodelle zum Einsatz, um eine mögliche Zytotoxizität (ISO 10993‑5), ein Sensibilisierungspotenzial (ISO 10993‑10) oder eine Irritation/Reizwirkung (ISO 10993‑23) zu beurteilen. Die Prüfung der antibakteriellen Wirksamkeit nach ISO 22196 ermittelt hingegen, ob und wie stark sich die Anzahl lebensfähiger Bakterien (meist E. coli und Staphylococcus aureus) auf der Oberfläche eines Materials innerhalb eines definierten Zeitraums reduziert.
Wann welcher Standard sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Anwendungsspektrum und den daraus resultierenden Anforderungen. Die Biokompatibilität nach ISO 10993 ist besonders im medizinischen und therapienahen Bereich relevant sowie überall dort, wo ein Material regelmäßig oder länger mit dem Körper in Kontakt kommen kann (z. B. Therapie-, Dialyse-, Infusions-, Ruhe- und Behandlungsliegen). Eine antibakterielle Wirksamkeit nach ISO 22196 kann ebenfalls im medizinischen Umfeld gefordert sein, wird aber häufig auch für Anwendungen mit erhöhtem Hygienefokus im Objekt-, Industrie- und Privatbereich nachgefragt.
Bei Fragen zu den geeigneten Schutzstandards steht Ihnen unser VOWAteam gern zur Verfügung.